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01.01.2021

Bedeutung von Erster Hilfe im Selbstschutz

Wer Löcher verursachen kann, muss auch in der Lage sein, diese Löcher wieder zu verschließen!
Mit diesem einen Satz ist alles beschrieben. In der Lage zu sein, kompetent Erste Hilfe zu leisten, ist eine der wesentlichen Komponenten im Bereich des Selbstschutzes. Darüber hinaus ist es auch die Kompetenz, die man am wahr-scheinlichsten einsetzen muss.

Erste Hilfe beginnt nämlich nicht mit dem Anlegen eines Tourniquets bei einer Beinamputation nach einer Sprengstoffexplosion, sondern mit dem richtigen Anlegen eines Verbandes bei einem Schnitt in den Finger, oder der richtigen Lagerung einer alten Dame, die beim Einkaufen vorm Billa zusammengebrochen ist. Wenn wir jetzt an diese Szenarien denken und ganz ehrlich zu uns selbst sind, werden die Meisten spontan nicht sicher sein, wie man in diesen Fällen am besten reagiert.

Es schadet sicher nicht, sich mit diesem Thema etwas mehr auseinanderzusetzen um wieder Handlungssicherheit zu bekommen. Der Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein ist doch schon wieder ein Zeitl her.

In Zeiten wie diesen ist eine Recherche im Internet sicher ein guter Ausgangspunkt. Anbieter wie das Rote Kreuz stellen hier kostenlos Informationen zu Verfügung, die aus seriösen Quellen kommen. Meist kann man auch kostenlos Broschüren (z.B. zu Themen wie Reanimation, etc.) bestellen.

Ist man ein bisschen vorsichtig mit der Wahl seiner Quellen, kann man auch auf YouTube sehr gute Beiträge finden.

Kein Video kann aber eine praktische Ausbildung mit einem guten Trainer ersetzen, daher sollte man den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses ernsthaft ins Auge fassen. Der kostet meistens nicht viel, kann aber unter Umständen Leben retten.

Kontext Waffe

Beziehen wir das Thema Schusswaffen bzw. Waffen ganz allgemein in unseren Kontext mit ein, kommen wir bald an einen Punkt, an dem wir mit einem normalen Druckverband nicht mehr weiterkommen.

Schusswunden können meist auch von medizinischen Laien in der Anfangsphase verhältnismäßig gut versorgt werden, sofern diese über eine gewisse Ausbildung und einen Grundstock an Material zur Wundversorgung verfügen.
Sind diese beiden Voraussetzungen gegeben, lässt sich die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch steigern.
Man muss hierbei nicht einmal an eine mutwillig zugefügte Schussverletzung denken. Auch Unfälle auf dem Schießstand, bei der Jagd oder sogar beim Reinigen der Waffe kommen vor.

Ein normaler Erste-Hilfe-Kurs wird auf diese Problemstellungen keine Antwort bieten können. Praktische Lösungen und Handlungsanweisungen, die nach einem fixen Schema abgearbeitet und so auch in Hochstresssituationen abgerufen werden können, bieten Konzepte die auf den Empfehlungen des TCCC (Tactical Combat Casualty Care) basieren.

Mit Hilfe dieser Schemata wird ein medizinischer Laie mit verhältnismäßig geringem Ausbildungsaufwand in die Lage versetzt, kritische Wunden erstzuversorgen und einen Patienten solange zu stabilisieren, bis qualifizierte Helfer übernehmen können. Mittlerweile haben diese Konzepte breiten Einzug in die Ausbildung von polizeilichen und militärischen Kräften gehalten, doch auch für den Normalbürger ist der Nutzen groß.

Gemäß dem Einführungssatz sollte jeder Waffenbesitzer, der mit seinem Werkzeug jemand anderem Löcher zufügen kann, zumindest über diesbezügliche Grundkenntnisse verfügen.

Für 2022 planen wir ein Modul „Erweiterte Erste Hilfe“, das von einem entsprechend qualifizierten Trainer mit Praxiserfahrung geleitet wird.




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